"Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten"
(J.W.v. Goethe)
Hafenquerspange/Aktuelle Situation/Presse

Runder Tisch Moorburg/Hohenwisch
 
 
Stellungnahme zum Erläuterungsbericht der DEGES
Projektstudie Hafenquerspange Hamburg
Hafenentwicklung
 
 
In ihrer Verkehrsprognose geht die DEGES davon aus, „dass im Bereich des Hafenerweiterungsgebietes Moorburg ein Containerterminal ( CTM ) bis zum Prognosejahr 2025 realisiert ist.“ [1]
Dem momentan gültigen Hafenentwicklungsplan 2005 ist eine derartige Festlegung nicht zu entnehmen.
Angesichts der aktuellen Entwicklung im Containerumschlag ( ca. 30% Rückgang im ersten Halbjahr 2009 ) ist dem Runden Tisch eine solche Festlegung unverständlich.   
 
Der Runde Tisch hält diese Annahme der DEGES für unrealistisch und nimmt dazu wie folgt Stellung:
 
1     Die chinesische Staatsreederei COSCO hat sich vor wenigen Monaten für 4,5 Mrd. Euro in den Hafen von Athen eingekauft, um dort moderne Umschlaganlagen zu bauen,[2] und COSCO soll hier nur als Beispiel genannt werden für einen Trend, der viele andere Häfen und Reedereien in Bezug auf ihre Aktivitäten im Mittelmeerraum betrifft.
Von dort sollen dann die Container, sicher auch die auf fremden Schiffen, aus dem Raum China/Ostasien mit Feederschiffen über die Schwarzmeer- und Adriahäfen Richtung Russland und Osteuropa verteilt werden.
Diese Investition ist für die Chinesen von erheblicher strategischer Bedeutung, da in Zukunft auch Indien als aufkommende globale Werkbank diese Drehscheibe für den Containerverkehr nutzen kann.
Dies mit einem Zeitvorteil von 7 Tagen gegenüber Hamburg, was ebenfalls einen erheblichen Kostenvorteil darstellt.
Hauptsächlich der Containerverkehr auf der Achse China/Ostasien und Osteuropa/Russland war es, der Hamburg bisher im wesentlichen die zweistelligen Zuwachsraten beschert hat. Jeder dritte Container, der im Hafen bewegt wird, hat mit China zu tun.
Dem Hamburger Hafen wird also in naher Zukunft ein erheblicher Teil des Containerverkehrs auf dieser Achse verloren gehen.
 
2     Der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven wird voraussichtlich ab 2011 seinen Betrieb aufnehmen. Die zweite Ausbaustufe wird bereits geplant.
Dieser Hafen kann bei weiterem Ausbau bis zu 24 Liegeplätze zur Verfügung stellen und besitzt gegenüber dem Hamburger Hafen Vorteile, die Hamburg nicht aufwiegen kann
( ständig mindestens 18 m Wassertiefe, Nähe zur Hauptschifffahrtsroute, fehlende Revierfahrt und verminderte Lotsenkosten, keine kostenträchtige Wartezeit auf die Tide um auslaufen zu können ) und wird somit zu einem Konkurrenzhafen zu Hamburg.
Der Jade-Weser-Port sieht seine Vorteile besonders im Feederverkehr Richtung Ostseeraum, dessen Abwicklung aufgrund seiner Lage schneller und günstiger vonstatten gehen kann als in Hamburg.
Hamburg wollte dies mit der „Landbridge“ beantworten, also dem Landtransport der Container zum HHLA-eigenen Terminal in Lübeck, wo die Feederschiffe die Container noch in der Ostsee entgegennehmen sollten.[3] Diese Verbindung war in der Vergangenheit ebenfalls ein Argument für den Bau der Hafenquerspange.
Dies Angebot ist von den Feedern in den zurückliegenden Jahren nie wirklich angenommen worden.
Der Containerumschlag dort ist im Jahr 2008 um 70% auf zuletzt ca. 8000 TEU zurückgegangen, was in etwa der Ladung eines größeren Containerschiffes entspricht.
Infolge dessen hat die HHLA ihr Terminal in Lübeck in diesem Jahr verkauft.
Der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven kann nach Inbetriebnahme seinen Vorteil im Bereich des Ostsee-Feederverkehrs voll ausschöpfen.
 
3     Die Hamburg Port Authority ( HPA ) hat Anfang 2006 bekannt gegeben, dass der Hamburger Hafen, nach dem Umbau des mittleren Freihafens zum Containerterminal, in der Lage sein wird, ca. 21,5 Mio. TEU umzuschlagen.
In der Zeit danach wurden auf den Terminalanlagen Burchardkai und Altenwerder z. T. Containerbrücken installiert, die in der Lage sind, in einer Bewegung zwei Container gleichzeitig aufzunehmen, was eine erhebliche Kapazitätssteigerung mit sich bringt.
Diese Art der technischen Innovation zur Steigerung der Effizienz auf den Terminals dürfte sich weiter fortsetzen.
Darüber hinaus gäbe es weitere Möglichkeiten, den Containerumschlag zu erhöhen, so z. B. den Umbau des Hansaport zum Containerterminal und den Bau eines Feederhafens, um die Kaianlagen für die Hochseeschiffe von den kleineren Schiffen freizuhalten.
Unter Berücksichtigung dieser Steigerungsmöglichkeiten könnte, vorsichtig gerechnet, eine Umschlagkapazität von 25 Mio. TEU erreicht werden, ohne die Flächen in Moorburg in Anspruch nehmen zu müssen.
Es spricht vieles dafür, dass Ende 2009 der Containerumschlag im Hamburger Hafen auf ca. 7 Mio. TEU zurückgegangen sein wird.
Rückblickend hat es 25 Jahre gedauert, um eine Steigerung um 8 Mio. TEU im Containerumschlag zu erreichen ( von ca. 1 Mio. TEU 1982 auf ca. 9 Mio. TEU 2007 ) und dies zu einer Zeit, die aufgrund der fortschreitenden Containerisierung des Warenverkehrs
( dieser Prozess ist im wesentlichen abgeschlossen ) und der Öffnung der Grenzen Richtung Osteuropa ( „Hamburg hat sein Hinterland wieder“ ) fast durchgehend hohe Wachstumsraten bis in den zweistelligen Bereich hinein zu verzeichnen hatte.
Aus Sicht des Runden Tisches ist momentan nicht erkennbar, auf welcher Basis sich, bei den vorher geschilderten veränderten Rahmenbedingungen, diese ausnehmend hohen Wachstumsraten fortsetzen sollten.
Hamburg wird eher versuchen müssen, mit bescheidenen einstelligen Wachstumsraten wieder Anschluss zu finden.
Hamburg hat demnach, vorsichtig betrachtet, für die nächsten 50 Jahre ausreichende Kapazitäten für den Containerumschlag und dürfte bis zum Jahr 2025 eher damit beschäftigt sein, an bestehenden Überkapazitäten keinen Schaden zu nehmen.
 
4     Gelegentlich werden der Öffentlichkeit von der HPA Karten präsentiert, auf denen zwischen dem Südende des Containerterminals Altenwerder und der Kattwykbrücke ein Hafenbecken eingezeichnet ist, dass sich in Richtung Süd-Ost über den Ort Moorburg legt. An diesem Hafenbecken sind in aller Regel an beiden Seiten Flächen eingezeichnet, die jeweils ein Terminal darstellen sollen.
Ein modernes Terminal hat, von der Kaikante bis zum hinteren Gleisanschluss, eine Breite von ca. 650 m.
Zwei Terminals und ein Hafenbecken füllen somit insgesamt einen Raum mit einer Breite von ca. 1500 m aus.
Das Gelände zwischen dem Südende des Containerterminals Altenwerder und der Kattwykbrücke hat lediglich eine Breite von ca. 750 m ( wenn die neue Kattwykbrücke für den Bahnverkehr nördlich der jetzigen gebaut wird, werden es 100 m weniger ), sodass der Bau eines Hafenbeckens mit zwei Terminals schon aus Platzgründen nicht möglich ist.
Lediglich ein Hafenbecken am östlichen Rand der Fläche mit einem Terminal auf seiner Westseite wäre eine realistische Option.
Es ist aus Sicht des Runden Tisches davon auszugehen, dass die HPA davon absehen wird, ein derart kostspieliges und wegen der Situation vor Ort höchst konfliktträchtiges Projekt wie ein Hafenbecken zu realisieren, dass nur auf einer Seite ein Terminal haben kann, derart eingeschränkte Refinanzierungsmöglichkeiten und ein unausgewogenes Kosten-Nutzen Verhältnis hat.
Konfliktträchtig ist es nicht nur wegen der Vernichtung des Wohnortes Moorburg, sondern u. a. auch dadurch, dass mit dem Hafenbecken Elbwasser in Berührung mit Grundwasserleitern käme, aus denen z. Zt. noch Trinkwasser gewonnen wird.
 
Der Runde Tisch hält es für wahrscheinlicher, dass auf den Moorburger Flächen eher ein Logistikpark als ein Hafenbecken mit Terminal entsteht.
Dann wären allerdings die von der DEGES aktuell erstellten Verkehrsprognosen für den Süderelberaum und die damit verbundenen Entlastungserwartungen für die B 73 und den Fürstenmoordamm hinfällig.
 
 
Der Runde Tisch ist sich darüber im Klaren, dass es für den Straßenverkehr einer leistungsfähigen Süderelbquerung bedarf, wobei aus seiner Sicht ein Tunnel gegenüber einer Brücke zu bevorzugen wäre.
Ein Tunnel wäre gegenüber den in der Umweltverträglichkeitsprüfung definierten Schutzgütern wesentlich verträglicher als eine Brücke.
Die zwischen der Süderelbquerung und der AS Moorburg auf der A 7 befindlichen Straßen Moorburger Hauptdeich und Fürstenmoordamm reichen aus Sicht des Runden Tisches aus, um den Hafenverkehr auch in Zukunft auf befriedigende Weise abfließen zu lassen.
Den Pendlern, die auf der noch zu realisierenden A 26 von Westen auf die A 7 geführt werden, sollte man auf der Westseite der A 7 in Höhe Bostelbek einen S-Bahnhof mit einem ausreichenden Park and Ride Angebot zur Verfügung stellen.
 
Dieser S-Bahnhof wäre ebenfalls im Rahmen des Konzeptes „Wissenspark in Moorburg“ von Nutzen, das der Runde Tisch als Alternative zu einer wie auch immer gearteten Hafennutzung der Moorburger Flächen vorschlägt.
Eine Konzeptskizze dazu hat der Runde Tisch zu Protokoll gegeben.
 
 
Moorburg, im September 2009


[1] Projektstudie DEGES, Erläuterungsbericht S. 16
[2] DIE WELT v. 28.11.2008, „Deutschland verliert den Kampf um Europas Häfen“
[3] DIE WELT v. 7.11.2002, „Niedersachsen und Bremen bauen Tiefwasserhafen“

Beteiligungsprozess zu Verkehrsprojekten

im Hamburger Süden beginnt

08.06.2009

Am 15. Juni 2009 beginnt der von Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk angekündigte Beteiligungsprozess zu den aktuellen Verkehrsprojekten im Hamburger Süden. Auf zwei öffentlichen Veranstaltungen im Februar und April diesen Jahres hat sich die Senatorin im Bürgerhaus Wilhelmsburg den Fragen der Bürgerinnen und Bürger gestellt.

 Im Mittelpunkt standen die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße auf die Bahntrasse, der Bau einer Hafenquerspange sowie eine verkehrliche Konzeption für die Hamburger Elbinsel. Auf der Veranstaltung Ende April kündigte Anja Hajduk an, dass der Dialog zukünftig in einen kooperativen Beteiligungsprozess überführt werden soll.

„Es wird eine Herausforderung bleiben, möglichst umfangreich die unterschiedlichen Interessen in einen solchen Prozess zu berücksichtigen und gleichzeitig einen für alle Beteiligten konstruktiven Austausch zu gewährleisten. Aber wir sind überzeugt, dass von einem solchen Dialog alle profitieren können“, erklärt die Senatorin.

Bis zum Herbst 2009 sollen sich Vertreter aus Initiativen, Vereinen, Bezirkspolitik und Wirtschaft in sechs Sitzungen mit den großen Verkehrsprojekten im Hamburger Süden auseinandersetzen. Ergänzt werden sollen diese Sitzungen durch einen öffentlichen Workshop und eine Informationsveranstaltung. Die breite Öffentlichkeit soll zudem die Möglichkeit erhalten, über eine eigenständige Internetseite den Diskussionsprozess zu verfolgen.

Als Projektleitung für die Durchführung und Moderation des Beteiligungsprozesses wurde der Hamburger Politik- und Unternehmensberater Markus Birzer beauftragt. Herr Birzer hat gute Kenntnisse der Situation vor Ort und hat aus seiner Tätigkeit als Leiter der kommunikativen Begleitung bei der Erweiterung und Modernisierung der Hamburg Messe Erfahrungen in vergleichbaren Beteiligungsverfahren.
Am 15. Juni 2009 beginnt der von Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk angekündigte Beteiligungsprozess zu den aktuellen Verkehrsprojekten im Hamburger Süden. Auf zwei öffentlichen Veranstaltungen im Februar und April diesen Jahres hat sich die Senatorin im Bürgerhaus Wilhelmsburg den Fragen der Bürgerinnen und Bürger gestellt.
Rückfragen: Enno Isermann, Pressestelle der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt,
Tel.: 040 428 40 – 20 51, oder -3063, -3249, -2058, enno.isermann@bsu.hamburg.de

 

Pressemitteilung zur Berichterstattung im NDR Hamburg Journal März 2009 

In den vergangenen Wochen war die Berichterstattung in den Medien über Moorburg leider allgemein mit einem negativen Tenor behaftet und wir wurden als sterbender Stadtteil Hamburgs dargestellt. Ein Bericht im Hamburg Journal auf N3 hat leider einen Teil dazu beigetragen.
Der Runde Tisch Moorburg-Hohenwisch sieht es daher als notwendig an, die getroffenen Aussagen ins richtige Licht zu rücken.
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
es hat sich in der Hamburger Medienlandschaft ein Bild des Ortes Moorburg etabliert, dass nicht der Realität entspricht.
Und zwar das eines sterbenden Stadtteils. Auch der Tenor Ihres Berichts im Hamburg Journal beförderte dieses Bild.
Wir möchten auf folgendes hinweisen:
Vom rot-grünen Senat wurde 1998 der "Ständige Gesprächskreis Moorburg" eingerichtet, der zur Aufgabe hat, örtliche Belange zu erörtern, bzw. die Lebensbedingungen im Ort zu stabilisieren und zu verbessern. Er setzt sich zusammen aus Bürgern und Vertretern aller mit dem Ort befassten Institutionen ( HPA, Liegenschaft, Finanzbehörde, SAGA usw. ). Federführend ist die Wirtschaftsbehörde. Innerhalb dieses außergewöhnlichen Gremiums haben Bürger die Gelegenheit, innerhalb eines engen kommunikativen Zusammenhangs, mit den zuständigen Behörden direkt und unmittelbar für ihren Ort positive Dinge zu entwickeln und umzusetzen.
Der zwischen den Beteiligten ausgeprägte Interessengegensatz stand einer konstruktiven Arbeit dabei nicht im Wege.
So wurden u. a. die Sanierung der Häuser, der Drucksielanschluß für den Ort, die Sanierung der Straße Moorburger Kirchdeich, Verkehrsberuhigungen, ein Sportplatzheim und die Schaffung von Wohnraum in vorhandenen Baukörpern umgesetzt.
Der Ort entwickelt sich. Es hat sich längst ein höchst lebendiges, kreatives und kommunikatives inneres Gefüge im Ort etabliert, dass engagiert an einer Zukunft für den Ort arbeitet. Die noch vorhandenen privaten Eigentümer haben z. T. erheblich in ihre Gebäude und Betriebe investiert. Die Menschen trauen sich wieder was.
Die in Ihrem Beitrag gezeigte heruntergekommene gelbe Villa ist zur Sanierung vorgesehen ( wie ihr Nachbargebäude nach Denkmalschutzkriterien ) und für das ebenfalls gezeigte leerstehende Schulgebäude hat sich ein als gemeinnützig anerkannter Kulturverein ( s. www.elbdeich.org ) gegründet, der die Gebäude für Ateliers, Stadtteilkultur und dergleichen nutzen möchte. Die notwendige Unterstützung von den zuständigen Stellen ist vorhanden.
All dies hat mit einem sterbenden Stadtteil nichts zu tun ( s. www.hamburg-moorburg.org u. www.hamburg-moorburg.eu ).
Die Entwicklung im weltweiten Containerverkehr und im Hamburger Hafen hat uns aktuell Hoffnung gemacht, unser Ziel zu erreichen und wieder Teil der Stadtentwicklung zu werden. Es scheint uns offensichtlich, dass der Hafen Moorburg nicht braucht.
Insofern schien unsere Einschätzung nicht falsch, dass mit der Einrichtung des "Ständigen Gesprächskreises" für den Ort von Seiten des Senats ebenfalls eine zweite Option, die des Überlebens, eröffnet wurde.
Für uns besonders bitter an der veränderten Situation durch die Südtrasse der "Hafenquerspange", die uns jede Zukunft nimmt, ist, dass diese ausgerechnet von der Stadtentwicklungsbehörde kommt. Und diese Behörde von einer Senatorin geleitet wird, deren Partei kommunikative Strukturen etabliert hat, die sie selber, in Verbindung mit der Hafenquerspange, nicht nutzt. Senatorin Hajduk hat sich einer Kommunikation mit dem Ort verweigert.
Moorburg, dies ist unser fester Eindruck, ist aus Sicht der BSU eine Ersatzfläche für Hafenbetriebe, die innerhalb des Hafens umgesiedelt werden müssen, weil die Stadtentwicklung Hafenflächen begehrt ( Hafencity, Sprung über die Elbe ).
Dies ist der politische Bereich, innerhalb dessen eine Zerstörung Moorburg's betrieben wird, und die "Hafenquerspange" ist das Werkzeug.
Wir gehen davon aus, dass es für einen Ort im Hafenerweiterungsgebiet keinen Lärmschutz geben wird und die AS Moorburg auf der neuen Südtrasse sicher nicht für die Bewohner Moorburg's geplant wird.
Moorburg ist ein grüner, gewachsener, uralter und citynaher Stadtteil, der sich entwickelt hat und in der Fortsetzung dieser Entwicklung der Stadt Hamburg ein höchst attraktives Angebot machen kann.
Wir werden nicht müde werden, darauf hinzuweisen, und dies werden wir sicher nicht als ein sterbender Stadtteil tun.
 
Mit freundlichen Grüßen 
Rainer Böhrnsen
 
( Sprecher des Runden Tisches Moorburg/Hohenwisch )
Unsere Wilhelmsburger Nachbarn von "Zukunft Elbinsel e.V." (ebenfalls Opfer der Planungen) nehmen aktuell wie folgt Stellung:

Der Vorstand von Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg hat sich mit persönlichen Briefen (diese werden wir nicht weiter leiten) und einer Stellungnahme zu den Verkehrsprojekten in Wilhelmsburg an den Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Herrn Wolfgang Tiefensee, den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Herr Ole von Beust, die Hamburger Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Frau Anja Hajduk, den Hamburger Senator für Wirtschaft und Arbeit, Herrn Axel Gedaschko sowie den Geschäftsführer der IBA Hamburg, Herrn Uli Hellweg, gewandt.

Zukunft Elbinsel schlägt vor, die Projekte „Verlegung der Reichsstraße“ sowie „Hafenquerspange“ nicht zu entscheiden, bevor es einen Neuansatz in der Planung gibt. Die bisherige Planung ging immer von den einzelnen Straßenbauvorhaben aus, für die mit einem Aufwand von vielen Millionen Euro Begründungen und Feinplanungen erstellt wurden.

Seit dem Generalverkehrsplan von 1979 und damit seit dreißig Jahren erschöpft sich die Phantasie der von der Politik beauftragten Planer dabei in einer Abwechslung zwischen verschiedenen Trassenführungen, Finanzierungsideen und Begründungen. Der bei jeder Planung grundlegende Ablauf, dass man zunächst Ziele setzt und Probleme analysiert und dann nach Möglichkeiten sucht, wie diese Probleme unter Beachtung der Kosten gelöst werden können, wurde jeweils abgelehnt mit der Begründung, man hätte keine Zeit für eine grundlegende Planung. Auf den jeweils angedachten und deshalb freigehaltenen Trassen und in ihrem Umfeld wurde jegliche Stadtentwicklung verhindert. Keiner der Pläne hat die Belastung Wilhelmsburgs durch den massiven Durchfahrtverkehr verringert, keiner hat positiven Einfluss auf den Hafenverkehr gehabt. So wurde unnötig viel Steuergeld ausgegeben und Zeit vertan.

Jetzt muss ein zielorientierter Planungsprozess begonnen werden, der nicht auf die „Trassenplanungen“ von neuen oder neu ausgebauten Bundesfernstraßen ausgerichtet ist, sondern auf die Analyse und Lösung von Verkehrsproblemen bei der Entwicklung des Hafens und der Elbinsel-Stadtteile.

Eine Erfolg versprechende Planung muss partizipativ sein. Dafür schlägt Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg einen gemeinsamen modellhaften Planungsansatz für Hafen und Elbinsel vor, der vom Bund, der Stadt Hamburg und ggf. der IBA Hamburg getragen wird und in allen Planungstufen die Bürgerinnen und Bürger der Elbinsel einbezieht.

Für die Hamburger Politik haben dabei der Erste Bürgermeister und seine Staatskanzlei eine besondere Veranwortung, weil die Zuständigkeiten für Stadtentwicklung und Hafen auf zwei Behörden sowie u.a. die HPA und IBA verteilt sind und der Kommunikation und Koordination bedürfen.